Musik. Rock-Röhre, Vokuhila-Frisur, Leder-Outfit: Suzi Quatro eroberte in den 1970er-Jahren die Charts. Ich war Mitte 10. Sagen wir mal 14 Jahre alt. An meiner Wand im Kinderzimmer hing ein Poster der Rubettes. Warum nur? Nun wird Quatro bald 71 – und ich frage mich, warum ich sie nie gehört habe. „Can the Can“. Joan Jett habe ich wenigstens manchmal gehört.

Quatro. Im Jahr 1973 war sie auf einmal da. Ölkrise war auch da. Und Baader-Meinhoff kam hinzu. Und Fußball-WM mit Wasserschlacht gegen Polen. Beckenbauer spielte pomadig, aber unfassbar sicher. Das Stellungsspiel? Grandios. Später kamen noch andere dazu: Carmen Thomas und die Wirkung des Urin, eine Theater-AG in Rinteln, ein Onkel, der Loriot mochte und Treets. Schokolade in Kugelform.
Der vierte Satz aus der 5. Symphonie von Gustav Mahler wurde wichtig. Behutsamkeit und Traurigkeit. Löste in mir damals auch nix aus. Müsste ich heute noch einmal hören. Aber ich denke, wenn Corona sich verkrümelt, fange ich erstmal mit einem Konzert von Suzi Quatro an.
Mahler kommt später. Und dann muss ich noch aufarbeiten, warum ich nie wirklich zu Bob Dylan eine Beziehung aufbauen konnte. Zimmermann. 39 CD ́s hat ein Bekannter von mir in seinem Schrank. Also – alle von Dylan. Ein Dylan- Fan. Wohl.
Ich denke über einen Schnellkurs über Dylan nach. Aber ich habe in diesem Leben schon über fast alles nachgedacht. Kommt also nicht drauf an. Bob Dylan – ein lebender Mythos. Kaum ein Musiker wird so verehrt, kopiert und interpretiert. Warum? Wenn Erfolg auf Gesangskünsten basieren würde, hätten Milli Vanilli keine Platte verkauft – sie haben ja nicht mal gesungen auf ihren eigenen Platten.
Ich habe aber die Rubettes gehört. Und die Bay City Rollers. Smokie. Joan Jett später. Und Kraftwerk. Und auch mal Peter Maffay. Den späten Maffay. „Und es war Sommer“. Ich habe später von Emerson Lake & Palmer auch immer nur „Luky Man“ gehört. Naja. Besser als Emerson Fittipaldi. „Super Trouper“ von Abba war auch schlimm. Habe ich gemieden. „The Winner takes it all“ habe ich wohl dreimal gehört. „Daddy Cool“ und „Lady Bump“ sind ebenfalls an mir vorbei gegangen.

Aber warum nun mied ich Suzi Quatro und Bob Dylan?
Die 80er Jahre waren schrill und bunt. Ob Karottenjeans, Neonjacken oder Schulterpolster, die Mode der damaligen Zeit in Kombination mit der von vielen Frauen beliebten Dauerwelle waren der Hingucker schlechthin.
Was habe ich gehört? Falco. Hammer. Grandios. Einer der größten Musiker ever. Viel zu früh in einem Autounfall verwickelt.

Und Joy Divisions Nachfolger. Nach dem jähen Ende von Joy Division zu Beginn der 1980er ist den verbliebenen Bandmitgliedern das schwierige Kunststück gelungen, ihren kreativen Höhenflug als New Order halbwegs fortzusetzen: Die 1983 veröffentlichte Single „Blue Monday“ stellte für viele Leute mit Ahnung von Musik das perfekte Bindeglied zwischen dem Disco-Sound der vergangenen Dekade und dem zunehmend populären Elektro-Pop dar. Ich sehe das ebenso. „Blue Monday“ wäre wie „Autobahn“ in meiner Top-10 EVER.
Und im Auto höre ich heute noch AC/DC, wenn mir jemand die Vorfahrt nimmt. Ich wechsele dann sofort die CD. Mein Skoda hat einen CD-Spieler. Bald auch durch.
Bekannt und beliebt ist „Back in Black“ vor allem aufgrund seines trockenen Intro-Riffs, das bis heute längst nicht nur ergebene Hard Rock-Fans in seinen Bann zieht. Aber das nur zum Verstehen der eigenen Verständnis. Also quasi eine Erklärhilfe.
So. Finale. Die besten Musikstücke seit Beginn.
Das wird eher undenkbar. „London Calling“ von The Clash ist denkbar. Oder womöglich „Heroes“ von David Bowie. „Smells like teen spirit“ von Nirvana. Denkbar. Naja. Ich habe auch mal gedacht, es sei Marvin Gaye und „What’s Going On“. Da lag ich in den 80ern mit Uschi im Bett. Die hat später so einen Öko-Laden übernommen. Kennen Sie „Love Will Tear Us Apart“. Der Song verspricht ein unbedeutendes Leben in ewiger Zweisamkeit und schunkelt ebenso unbedeutend vor sich hin. Vielleicht der beste aller Zeiten… Aber ehrlicherweise wohl was von den Beatles. Tippe ich jetzt mal. Ich habe nie die Beatles gehört.

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