Der Fluch der Möglichkeiten, nicht der Karibik

Juni 9, 2011

Sind mehr Möglichkeiten, im Alltag Akzente zu setzen gleichzusetzen mit mehr Zufriedenheit oder mehr guten Taten. Frage. Die Desorientierung erscheint mir mit den Möglichkeiten gestiegen, das individuelle Leben selbst zu bestimmen. Bei jüngeren Menschen trifft das noch stärker zu.

Wir bauchen indes asketische Menschen, die genügend Vertrauen in sich selbst haben. Menschen, die nicht fortwährend nach der Zustimmung der anderen Ausschau halten. Leute, die den Verwertungsinteressen des Kapitals die Stirn bieten. Jemand muss sich langfristig mit der inneren Haltung der Jugend beschäftigen. Sonst geht es weiter in die ewig gleiche H&M/Facebook/Douglas-Richtung.

Wir sollten an Bedeutungen arbeiten, weniger am Stoff. Aber wo wird das neue Denken ausgebildet? An Schulen höchst selten. Und auch die romantische Liebe, derzeit in aller Munde, erzeugt Probleme. Frage: Macht das private Glück sogar gleichgültig gegenüber der globalen Gerechtigkeit? Kein Mensch interessiert sich für politische Zusammenhänge, wenn er dafür Zeit aus der romantischen Liebe abzwacken muss.

Experimente sind wichtig. Wir sollten unsere Seele in Bestform bringen.