Wenn Normale verrückt spielen

Als ich das neulich im Netz fand, dachte ich: „Ja, diese Welt bleibt spannend.“ Wenn Normale verrückt spielen: Gibt es „Normalsein und Irresein“ – und kann man diese beiden Zustände mit absoluter Sicherheit unterscheiden? Diese Frage stellte sich der amerikanische Psychologe David Rosenhan und wagte ein wahrhaft irres Experiment, um sie zu beantworten. Er und sieben weitere geistig gesunde Probanden ließen sich zwischen 1968 und 1972 in insgesamt zwölf verschiedene psychiatrische Kliniken einweisen – alle mit den gleichen Symptomen, die Rosenhan vorher mit Bedacht gewählt hatte, weil sie keinem Krankheitsbild eindeutig zugeordnet werden konnten. Waren die Versuchsteilnehmer dann in der Anstalt, sollten sie sich ganz normal benehmen und versuchen, aus eigener Kraft wieder herauszukommen. Doch obwohl sie keine Anzeichen einer psychischen Störung mehr zeigten, wurden den Scheinpatienten insgesamt rund 2100 Tabletten verabreicht (die sie nicht schluckten, sondern unter der Zunge verbargen). Zudem bekamen sie unterschiedlichste Präparate für genau die gleichen Symptome. Durchschnittlich dauerte es drei Wochen, bis die gesunden Patienten entlassen wurden. Rosenhan selbst verbrachte einmal sogar 52 Tage in einer Klinik. Die Diagnose zur Entlassung lautete in der Regel nicht einmal geheilt, sondern „Schizophrenie in Remission“.

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